• Toe Tags@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    11
    arrow-down
    1
    ·
    7 days ago

    In der Logik der Konzernanwälte geht das so: Wird eine Webseite mit einem Browser aufgerufen, wird die HTML-Datei in den Arbeitsspeicher auf dem Endgerät des Nutzers übertragen. Zur Anzeige der HTML-Datei interpretiert der Webbrowser ihren Inhalt, wobei er zusätzliche Datenstrukturen anlegt. “Der Verlag sieht in der Beeinflussung dieser Datenstrukturen durch den Werbeblocker eine unberechtigte Umarbeitung eines Computerprogramms”

    Ist es nicht so, dass beim interpretieren grundsätzlich ein Teil aktiv vom Empfänger, in diesem Fall Browser, umgesetzt wird? Juristisch ist es gegebenenfalls komplexer. Sofern ich den AdBlocker jedoch abschalten kann, würde ich die Veränderung des Codes als Filter betrachten. Es wäre vergleichbar mit dem Tragen einer gefärbten Sonnenbrille bei einer Vernissage oder in einer Galerie, die urheberrechtlich geschützte und colorierte Kunstwerke zeigen. Müssten wir, dort dann, nicht auch colorierte Brillengläser verbieten, denn es werden gezielt bestimmte Farben gefiltert und das Kunstwerk anstatt warm und beruhigend als kalt und trist dargestellt und interpretiert.

    Ich denke uns als Gesellschaft sollte jedoch auch bewusst sein, dass Bereitstellung, Zusammenfassen, Aufbereitung oder Recherche auch Leistungen sind. Leistungen sind neben Ehrenamt oder durch staatl. Gebühren finanziert eben nicht kostenfrei sind.