Das ist ein nettes Angebot, missversteht aber grundsätzlich die Motivation hinter dem besprayen von Zügen.
Ziel ist, dass der Wagen das eigene Motiv durch die ganze Stadt verbreitet. Teil des Reizes ist auch dass man erwischt werden könnte. Wenn man seinen Namen auf nem kompletten Zug hat, sehen alle (die Teil der Community sind) wie krass man ist.
Außerdem ist eine wichtige Komponente des Graffiti für viele der Vandalismus. Es ist ein Form des künstlerischen Wiederstands gegen das System, Getrifizierung und die bürgerliche Ordnung. Ein Fuck You an alle, die denken, dass Graffiti nur Geschmiere oder Sachbeschädigung ist. Wenn sich also jemand darüber aufregt erzielt der Künstler damit die gewünschte Wirkung. Deshalb werden solche Leute nie mit legalen Wänden zufrieden zu stellen sein. Wer auf legalen Wänden sprayt macht kein Graffiti, sondern Streetart.
Bin selbst nicht mit der Dose aktiv und teile auch nicht alle diese Ansichten aber freue mich immer wenn ich irgendwo ein schönes Piece rumfahren sehe. Das macht den Alltag weniger grau.






Ich habe „Der Verdacht“ von Friedrich Dürrenmatt gelesen. Bisher wahrscheinlich mein Lieblingskrimi von ihm. Komissär Bärlach liegt in diesem Teil im Sterben und ermittelt nur aus dem Bett. Die Handlung ist nicht weiter komplex aber sie bietet den Rahmen für viele interessante Gedanken über den Tod, woran Menschen Glauben und wie sie vom Glauben abfallen, warum Menschen Böses tun und ob man Böses auch aus gutem Grund tun kann. Gleichzeitig klagt Dürrenmatt hier auch die Schweizer an, die sich für ihre Unparteilichkeit im 2 Weltkrieg loben und die in dieser Zeit aber vielleicht trotzdem einiges an Schuld auf sich geladen haben.
Außerdem habe ich „Der Doppelgänger“ von Dostoevsky gelesen. Das war eine Fortsetzung meiner letzten Wochen und hat mir auch gut gefallen. Auch wenn man hier merkt, dass es zum Frühwerk des Autors gehört und noch von etwas Schliff hätte profitieren können erkennt man schon einige von Dostoevskys Stärken die er in späteren Erzählungen perfektioniert. Die Handlung ist sehr ähnlich wie bei Gogols Tagebuch eines Wahnsinnigen, auch hier zerbricht mal wieder ein Titularrat an seiner überflüssigen gesellschaftlichen Position, aber wo Gogol übertreibt und sich lustig macht löst Dostoevsky das ganze psychologisch auf.