@marreg@digitalcourage.social:
Hallo Internet, geehrte Denkende, es läuft momentan eine ePetition auf der Seite des DeutschenBundestages mit dem Titel „Mindestalter >von 16 Jahren für die Nutzung von Social Media/Einsetzung einer unabhängigen wissenschaftlichen Expertenkommission vom 08.02.2025“. Kommen dort innerhalb von 6 Wochen 30.000 Unterschriften zusammen, entsteht automatisch das Recht auf öffentliche Anhörung zum Thema im Bundestag. Die Petition läuft noch 4 Tage und es fehlen dort noch etwa 7500 Unterschriften. Unterschreiben Sie doch bitte auch diese Petition, damit das Thema einen weiteren Schritt vorankommt.
Text der Petition
Mit der Petition wird gefordert, ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung von Social Media einzuführen und die Plattformen zu verpflichten, die Einhaltung durch eine datenschutzkonforme Altersüberprüfung sicherzustellen. Ferner wird die Einsetzung einer unabhängigen wissenschaftlichen Expertenkommission zur Untersuchung der Auswirkungen digitaler Bildschirmmedien auf die Gesundheit und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefordert.
Begründung
Die überwiegende Mehrheit der Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren nutzt Social Media. Obwohl viele Plattformen in ihren Nutzungsbedingungen ein Mindestalter festlegen, überprüfen sie das Alter nicht. Auch die nach Art. 8 DSGVO vorgeschriebene elterliche Zustimmung für Kinder unter 16 wird von den Plattformen nicht eingeholt. Bereits Grundschulkinder werden daher erheblichen Risiken ausgesetzt. Plattformen gefährden die körperliche und seelische Gesundheit sowie die soziale Entwicklung und persönliche Integrität von Kindern und Jugendlichen. […]
Ich habe noch keine Datenschutzkonforme Altersverifikation gesehen und fürchte hier eher, dass die Verifikation dann gleichzeitig zur Deanonymisierung genutzt wird. Dann freuen sich CDU und SPD, dass sie hier einen vermeintlichen “Bürgerwillen” umsetzen können und den Teil mit der datenschutzkonformen Verifikation bewusst runterfallen lassen.
Weiterhin sehe ich das kritisch, weil z.B. lemmy unter den Begriff “Social Media” fallen könnte. Dann können wir hier dicht machen und alle wieder zu reddit wechseln, wo wir Musks und Trumps Stiefel küssen müssen. Für die Fediverse Foundation, aber auch andere dezentrale Anbieter von Lemmy, Mastodon und co. dürfte das kaum umsetzbar sein.
Zu schlechter Letzt landen dann Jugendliche stattdessen bei komplett dubiosen Angeboten, wo sie ohne jede Regulierung z.B. russischer Propaganda, kriminellen Organisationen und jugendgefährdendem Material ausgeliefert sind.
ich möchte nur auf den ersten absatz eingehen, weil ich denke, dass du bei den anderen beiden wichtige punkte machst.
glaub linus neumann vom ccc hat das so änlich mal geäußert.
fast alle handys haben heute nfc, sprich können mit dem perso kommunizieren. man müsste also nur eine “ausweis-app” installieren, die dann einfache anfragen wie: “alter >= 16?” beantworten.
ob und wann sowas sinnvoll sein könnte vermag ich nicht zu beurteilen, aber wenn, dann sollte immer die datensparsamste art gewählt werden.
Dass es geht steht ausser Frage, allein das Vertrauen, dass die Umsetzung dann entsprechend läuft, fehlt.
es gibt sicherlich viele ansätze zur alterskontrolle, aber keiner davon ist in der praxis getestet oder überhaupt zu ende entwickelt.
ein anderer ansatz wäre im betriebssystem eine variable “alter des nutzers” zu setzen, die nur mit elterlicher aufsicht (z.b. durch passwort) geändert werden kann. die webseiten und apps müssten die variable dann auslesen.
Was erhoffst du dir davon?