Halte ich trotz linker Grundeinstellung für keine gute Idee. Meinetwegen bei Kommunalwahlen und mit EU-zugehöriger Staatsbürgerschaft natürlich auch bei EU-Wahlen. Jedoch keineswegs ohne deutsche Staatsbürgerschaft für Landtags- und Bundestagswahlen.
So erging es mir auch in meiner Zeit im EU-Ausland. Da muss man eben in den sauren Apfel beißen und entsprechend Briefwahl beantragen oder noch einmal in die ursprüngliche Heimat zwecks Wahlen reisen. Kann man zum Glück alle paar Jahre mit Treffen von Freunden oder Urlaub verbinden. Klar ist das mehr Aufwand, aber die Regelung halte ich für sinnvoll.
Finde die Idee gerade für Kommunalwahlen (bei zumindest mal relativ festem Wohnsitz) interessant.
Macht auch einfach Sinn, die Politik dort mitzubestimmen, woman seinen Lebensmittelpunkt hat.
Das ist schon so wenn man EU Bürger ist. Als EU Bürger bist du an deinem Wohnort für die Kommunalwahl und die EU Parlamentswahl berechtigt, du musst dich nur sechs Monate vorher dafür anmelden.
Ja, beim Wahlrecht sollte der Lebensmittelpunkt entscheidend sein. Das sollte aber auch für Briefwahl für Staatsbürger gelten, die dauerhaft im Ausland leben.
Die Möglichkeit der Briefwahl bei Wohnsitz im Ausland ist zeitlich auf 10 Jahre beschränkt, falls man nicht nachweisen kann, dass man noch eine starke Beziehung zu Deutschland hat.
Das wusste ich bisher nicht. Gute Sache.
Das mit dem Demokratiedefizit ergibt keinen Sinn. Wer nicht die Deutsche Staatsbürgerschaft hat, darf kann doch schon in einem anderen Land wählen. Warum sollte ein Ausländer der für ein paar Jahre mal in Deutschland wohnt mehrmals wählren dürfen. Mir ist bewusst, das es auch doppelte Staatsbürgerschaft gibt, aber die Leute sind ja auch auf Dauer an beide Länder gebunden. Jemand der mal für paar Jahre in Deutschland lebt, sollte außerdem nicht Entscheidungen treffen dürfen die für die nächsten hundert Jahre relevant sind.
Ich habe eine deutsche Staatsbürgerschaft und werde sie vermutlich mein Lebenlang behalten. Wenn ich Scheiße wähle, muss ich den Rest meines Lebens damit leben. Und jetzt sollen Menschen die vielleicht nicht mal Ansatzweise die Deutschkenntnisse haben um ein Wahlprogramm zu lesen eine Afd an die Macht bringen, um ein paar Jahre später wieder in ihre Heimat zu ziehen?
Ja, nennt sich “skin in the game”. Unter dem Gesichtspunkt finde ich auch Doppelstaatsbürgerschaft schwierig.
Ich stehe dem Thema zwar auch kritisch gegenüber, weil es sehr komplex ist. Deine Darstellung finde ich dann aber doch zu polemisch. Da möchte ich doch gerne auch das andere Extrem ergänzen:
Die Mutter eines Freundes die seit über 20 Jahren in Deutschland lebt, arbeitet und Steuern bezahlt. Ganz ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Die bekommt man nämlich nicht so einfach, meine Arbeitskollegin aus Albanien sah sich kürzlich erst gezwungen diese sogar einzuklagen weil man sie trotz Zusage weiterhin nicht einbürgern wollte.
Zurück zur Mutter meines Freundes die sich trotz vorbildlicher Integration nun damit konfrontiert sieht, dass so viele Arschlöcher um sie herum Nazis wählen. Diese würden sie wiederum gerne “remigrieren” wodurch sie von heute auf morgen alles verlieren könnte.
Wie kann das in Ordnung bzw besser sein?Wir sind aktuell auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Zu eruieren wie wir diesen Menschen auch ohne Staatsbürgerschaft Teilhabe ermöglichen können ist nicht falsch.
Die Lösung für das Problem was du beschreibst wäre meiner Meinung nach aber die Einbürgerung der Mutter deines Freundes, nicht ein Wahlrecht für nicht Staatsbürger. Man kann die Faschos hier nicht einfach verschwinden lassen, aber man kann bei der Einbürgerung zumindest schauen, dass keine neuen dazu kommen.
Das mag polemisch klingen, aber das Thema ist auch ein wenig zu komplex für ne Internetdiskussion. Ich wünsche der Mutter deines Freundes alles Gute und hoffe dass sie so lange hier bleiben kann wie sie will.
Wir sind aktuell auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Zu eruieren wie wir diesen Menschen auch ohne Staatsbürgerschaft Teilhabe ermöglichen können ist nicht falsch.
Im Gegensatz zu den 1950er/1960ern, als wir uns unter dem entlarvenden Label “Gastarbeiter” Arbeitskräfte ins Land geholt haben, vor deren Integration wir zT bis heute die Augen verschließen, sollten wir es mittlerweile besser wissen: wer heute ins Land kommt, wird Teil dieses Landes und entsprechend integriert. Dazu gehört ebenfalls eine Staatsbürgerschaft.








